Graphic Recording Unter Construktion

© © Maik Hasenbank

 

Fachtag Under ConSTRUCTion, 7.2.2017 von 9 - 14 Uhr an der Hochschule Hannover (Fakultät 5)

Im Kontext von Flucht und Migration zeigen sich grundsätzliche pädagogische Fragen besonders deutlich. Dementsprechend wird die Herausforderung Sozialer Arbeit, nicht nur aktuelles Leid zu mildern, sondern auch Strukturen einzubeziehen, wieder heiß diskutiert. Konkret: Eine Soziale Arbeit, die ihrer Definition und Berufsethik gerecht werden und gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten möchte, muss für rechtliche und politische Bedingungen eintreten, unter denen es sich für alle gut leben lässt und die somit auch geflüchteten Menschen Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Partizipation bieten. Voraussetzung hierfür ist eine Gestaltung von Ankommensstrukturen, welche die Erfahrungen, Perspektiven, Bedürfnisse sowie Wünsche geflüchteter Menschen zum Ausgangspunkt machen. Die Notwendigkeit einer solidarischen und emanzipatorischen Sozialen Arbeit ist angesichts rechtspopulistischer Mobilisierung gegen Geflüchtete umso dringender.

Wie nun sollte Soziale Arbeit (nicht) intervenieren, was braucht es dafür und was sind die Barrieren?

Genau darum ging es auf dem Fachtag „Under Construction – Für eine Willkommensstruktur in der Sozialen Arbeit“, der am 7.2.2017 von 9 – 14 Uhr an der Hochschule Hannover stattfand.  Der Fachtag unter dem Label „Dialog Soziale Arbeit“ wird in jedem Jahr von der Fakultät 5 der Hochschule Hannover organisiert, diesmal in Kooperation mit der ju:an–Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit der Amadeu Antonio Stiftung. Die Veranstaltung richtete sich vor allem an Absolvent_innen der Sozialen Arbeit im Berufsanerkennungsjahr und deren Anleiter_innen – jedoch nicht ausschließlich: Alle Multiplikator_innen aus sämtlichen Bereichen der Sozialen Arbeit waren willkommen und kamen auch zahlreich. So fanden sich unter den ca. 280 Teilnehmenden, neben Absolvent_innen und deren Anleiter_innen auch zahlreiche Professor_innen und Mitarbeiter_innen der Hochschule.

Nachdem die Teilnehmer_innen in Arbeitsgruppen verschiedene Aspekte des Themas diskutiert hatten, wurden die Ergebnisse in einer Fishbowl-Diskussion zusammengeführt. Trotz des relativ kontroversen Themas des Fachtages war die Stimmung unter den Podiumsteilnehmer_innen und Besucher_innen gut. Das „Willkommen“ in „Willkommenskultur“ wurde dabei besonders intensiv diskutiert, sowohl auf dem Podium als auch im Publikum. Einigkeit bestand jedoch in einem entscheidenden Punkt, den Judith Rahner von ju:an-Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit der Amadeu Antonio Stiftung wie folgt formuliert: „Das Ziel ist es Institutionen und deren Mitarbeiter_innen auf rassismuskritische Art und Weise zu professionalisieren, um Geflüchteten gutes Ankommen zu ermöglichen.“ Mit der großen Teilnehmer_innenzahl, den regen Diskussionen und dem großen Austausch, war der Fachtag sowohl für die Hochschule Hannover, als auch für die Amadeu Antonio Stiftung ein voller Erfolg.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.hs-hannover.de/service/veranstaltungen/sys/ws-2016-2017/2017-02-07-fachtag-dialog-soziale-arbeit/index.html